Bundeslager 2017

Alles verändert sich – alles bleibt gleich.

Ich liege mit geschlossenen Augen auf meiner Therm-A-Rest, die Sonne scheint warm durch das gespannte Sonnensegel.

Und dann beginne ich die Geräusche zu ordnen:

Beil auf Hering – irgendwo auf dem Lagerplatz
Ein herzliches Lachen – nebenan in der Jurte
Ein Kindergeschrei – relativ weit weg
Beil spaltet Holz – wahrscheinlich in der Mitte des Platzes
Holz knackt – direkt daneben
Gitarrenklänge und Gesang – relativ nah
Ein Rufen  – von rechts nach links
Eine Antwort – von links nach rechts
Tütenrascheln – direkt neben mir

Irgendein kleines Tier landet auf meinem Gesicht, öffne kurz dir Augen und puste es weg. Augen wieder zu.

Ein paar Minuten später oder waren es sogar Stunden: Ein Kindergesicht vor mir. Es ist mein Neffe. Er hat zwei wichtige Fragen:

1. Hast du noch Schokokekse?  Antwort: Ja!

2. Warum liegst du hier eigentlich so rum? Antwort: Weil ich das unheimlich schön finde!

Ich habe dieses Gefühle nicht vermisst, zumindest nicht bewusst, aber es ist so unheimlich schön, es wieder zu spüren. Dieses Gefühl, was schon viele Leute versucht haben zu beschreiben. Es ist so ein JA-Gefühl.

Mittlerweile bin ich fest im Berufsleben verankert und arbeite an einer jahrgangsgemischten Grundschule: 1 – 4 das sind wir! Das Konzept geht auf, ich erlebe es täglich.

Und das Konzept unseres Bundes? Es geht auch auf: 0 – 100 das sind wir! Zweifellos!

Ich hatte ein Jahr „Pause“ (das letzte Bundeslager musste ich wegen Grippe ausfallen lassen). Und auch sonst war ich die letzten Monate eher das, was man als passives Bundesmitglied bezeichnet. Eigentlich ist es nicht wichtig zu kategorisieren, aber es gibt ein bisschen Orientierung wo man sich befindet.

Das schöne ist: Zwischen passiv und aktiv gibt es so viele Nuancen wie zwischen 0 und 100.

waffel

Artikel teilen:Email this to someoneTweet about this on TwitterShare on FacebookShare on Google+Print this page