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Die Blaue Blume im Eis
Gibt es eine direkte Verbindung vom Ringelaher Forst nach Spitzbergen?
Für mich ja - und zu einem nicht geringen Teil hat die Freischar
einen Anteil daran. Die erste Wochenendfahrt mit der Horte führte
genau hierher, in den Ringelah. Und nach vielen weiteren Fahrten, Studium
und Forschungsarbeiten hat mich mein Weg nun nach Ny-Ålesund an
die deutsch-französische Polarstation geführt, in das nördlichste
Dorf der Welt, einen Eisbärensprung entfernt vom Nordpol. Begleitet
haben mich von der ersten Fahrt an die Werte des Bundes, das "bewusste
Erleben von Natur und sozialer Gemeinschaft" und das "Eintreten
für die Erhaltung der Lebengrundlagen". Universelle Werte, die
auch hier oben ihren Widerhall haben: Eine Natur, die durch ihre Rauheit
den Menschen auf das zurückstutzt, was er ist; ein kleiner Teil in
ihr, ein Dorf mit im Winter nur 30 Einwohnern, in dem die sozialen Fähigkeiten
mehr zählen als akademische Titel und finanzieller Status. - Und
eine Aufgabe hier an der Forschungsstation, die ihren Beitrag dazu leistet,
die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu erlagen und die Argumentationsgrundlagen
zu schaffen für die Herausforderungen, denen sich die Welt im Angesicht
von Klimawandel und Umweltzerstörung stellen muss.
Die Freischar hat mich auf den Weg in den Norden gebracht -
und aus dem hohen Norden nun die besten Grüße und Wünsche
zurück an Euch, ein schönes Bundeslager und ein erlebnisreiches
Fahrtenjahr!
- Teddy -
Die Blaue Blume im Müll
Gibt es eine direkte Verbindung von Nepal in den Ringelaher Forst? -
Den Bogen vom Ringelaher Forst nach Nepal zu schlagen, fällt mir
nicht schwer. Meine erste Begegnung mit der Freischar fällt in die
Zeit, in der ich auch angefangen habe, mich mit Entwicklungspolitik zu
beschäftigen. Jetzt bin ich in Kathmandu, einer Stadt voller Chaos,
Müll und Verkehr, und soll an der Lösung der Probleme der Bevölkerung
im Himalaya arbeiten. Die einstige Schönheit der Paläste, Götterstatuen
und Reisfelder im Kathmandu-Tal ist längst verschwunden.
Die Menschen hier denken nur noch an sich selbst, müssen an sich
selbst denken, um in diesem Chaos zu überleben. Auch in meinem Büro
ist es so. Auch in der Gemeinschaft der "Expatriates", die doch
gekommen sind, um dieses Land zu unterstützen, um es lebenswert zu
machen. Eine Kollegin nannte es die "Me-myself-and-I-Gesellschaft".
Die Unterstützung reicht noch bis in die Partnerschaft oder Familie,
aber nicht weiter.
Die blaue Blume ist irgendwo in diesem Chaos untergetaucht: Ich fühle
mich sehr auf mich selbst gestellt, wenn es für mich nur noch darum
geht, meine Grundbedürfnisse nach frischer Luft, Ruhe und menschlicher
Gemeinschaft zu erfüllen. Hier vermisse ich die Werte der bündischen
Gemeinschaft: die gegenseitige Unterstützung auch in schweren Situationen,
die Freundschaft, ohne zu hinterfragen, und die Solidarität mit Schwächeren,
die mich durch die letzten Jahre begleitet haben.
In diesem Sinne wünsche ich Euch angenehme Stunden in Gemeinschaft,
voller Wärme und Kreativität.
- wawuschel -
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