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Ein Wok, eine Paella-Pfanne oder eine Feuerschale?
Es war wieder einmal soweit: Das zweite Schmiedewochenende der Horte Alexandra
stand vor der Tür. Ataki, Londea, Frodo, Papino, Pieps, Anja und Steffi
reisten hochmotiviert zum Arbeiten an. Schon um acht Uhr morgens klopfte
unser Schmiedemeister Grendel an die Tür und jagte uns aus den Schlafsäcken,
in die wir doch gerade erst gekrochen waren und in denen wir uns standhaft
gegen die auf dem Handwerkerhof heimischen Mückenschwärme verteidigen
mussten. Die Mücken waren natürlich stärker, oder jedenfalls hartnäckiger
als wir, und so standen wir bald ziemlich zerstochen in der Schmiede.
Es war ja schon unser zweiter Besuch in der "schwarzen Hölle",
deshalb wussten wir in etwa, was wir zu tun hatten. Grendel schimpfte
schon, wir würden ihn gar nicht brauchen. Was natürlich Quatsch war. Beim
Frühstück hatten wir noch Pläne und Zeichnungen gemacht. Wir wollten wieder
Kerzenständer oder -hänger für gemütliche Kohten- und Jurtenabende machen,
aber da hatten wir die Rechnung ohne den Wirt, in diesem Fall ohne den
Schmiedepapst Grendel gemacht. Der lässt es nämlich auf gar keinen Fall
zu, dass man das gleiche Modell einfach noch mal schmiedet. Heraus kamen
diesmal viele verschiedene Modelle, mit Glas, ohne Glas, filigran oder
pompös, der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt und ich befürchte fast,
dass wir in Zukunft in unserer Jurte vor lauter Leuchtern keinen Platz
mehr finden werden. Dafür wird es aber umso gemütlicher werden.
Damit es nicht nur gemütlich, sondern auch warm wird in der Jurte, hatten
wir uns diesmal ein ganz besonderes Projekt vorgenommen, eine Feuerschale.
Die wurde auch gleich in Angriff genommen. Während die einen vor sich
hinschmiedeten, rückte das Sonderkommando "Feuerschale" mit Schutzbrillen
und Handschuhen aus. Frodo und Anja flexten zuerst wie die Weltmeister,
dann hängten sie sich mit ihrem ganzen Gewicht an eine überdimensionale
Schere, um aus einem Blech eine runde Scheibe zu schneiden. Als das geschafft
war, wurde das riesige Ding den Flammen übergeben. Immer mit der Angst,
dass es zu heiß würde und Funken sprühe, standen sie neben der Esse, zogen
es im richtigen Moment aus der Glut und fingen an zu klopfen und zu dengeln.
Papino und Londea übernahmen nach einiger Zeit die schweißtreibende Arbeit
und versuchten, das Blech in Schalenform zu bringen, was gar nicht so
einfach war. Das Blech entwickelte ein reges Eigenleben und wellte sich
in alle Richtungen. Es wollte noch viele Male erhitzt und bearbeitet werden.
Am liebsten wollte es uns aber die Finger verbrennen. Dagegen half ein
überdimensionaler, nasser "Topflappen" und die Hände blieben mehr oder
weniger unverbrannt. Als dann die Griffe an die Schale geschweißt worden
waren, stellte sich die Frage, ob sie nicht doch besser als Paella-Pfanne
oder als Wok genutzt werden sollte. Diese Frage werden wir sicher auf
dem nächsten Lager klären. Vielleicht probieren wir einfach alles aus
und entscheiden uns danach?
Das Wochenende war auf jeden Fall ein voller Erfolg. Im Gegensatz zum
ersten Mal konnten wir abends noch unsere Biergläser mit einer Hand heben
und hatten uns kaum verbrannt. Wir wissen schließlich mittlerweile, dass
Eisen zwar kalt aussehen, aber doch sehr heiß sein kann. Wir sahen abends
aus wie die Schornsteinfeger, waren aber dank der unermüdlichen Hilfe
von Grendel glücklich und zufrieden. Nach einer ausgiebigen Duschaktion
liefen wir zum German und beschlossen den erfolgreichen Tag mit riesigen
Portionen Spätzle.
Für alle war klar: Nächstes Jahr wollen wir das Eisen wieder schmieden,
solange es heiß ist ...
Anja NatürlichZimmermann
& die Alexandras (JuMa DF)
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