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" …es gibt Randgruppen, die diese Verantwortung mißbrauchen, die vorgeben,
bündisch zu sein und doch nur ihre zweifelhaften politischen Ziele verfolgen.
Getarnt mit einem vermeintlichen jugendbewegten Mäntelchen treten sie
den bündischen Freiheitsgedanken mit Füßen. Sie singen unsere Lieder,
benutzen unseren Fahrtenstil, bedienen sich aller bündischen Formen und
tun dies doch nur, um Kinder und Jugendliche für ein System der Unfreiheit,
Unterdrückung Andersdenkender und Fremdenfeindlichkeit zu gewinnen. "
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So stand es in der Einladung zu einem Wochenende auf der
Burg Balduinstein unter dem Thema:
bündische gruppen kontra extremistische gruppen
vom 27. - 29. märz 2009
Ca. 50 Interessierte aus verschiedenen Pfadfinderverbänden, Wandervogel-
und anderen Bünden waren gekommen, um endlich Antworten zu bekommen auf
viele offene Fragen. Fragen, die seit Monaten die bündische Welt beschäftigen:
Wer sind sie? Was wollen sie und was tun sie? Wie "rechts" oder "rechtsextrem"
sind sie wirklich? Und vor allem: Gibt es etwas, was uns mit ihnen verbinden
könnte? Vielleicht wollen sie ja doch nur unschuldig tanzen...
Nach diesem Wochenende konnten mindestens 48 Teilnehmer die letzte Frage
mit einem klaren NEIN beantworten. Es gibt nichts, was uns mit ihnen verbinden
könnte.
Die anderen Fragen wurden von Maik Baumgärtner (freier Journalist) und
Jesko Wrede in einem fundierten und ausführlichen Vortrag "Völkische
und neurechte Gruppen im Fahrwasser der Bündischen" im Laufe des Samstags
beantwortet.
Anhand der Gruppierungen Der Freibund - Bund Heimattreuer Jugend, Sturmvogel
- deutscher Jugendbund, * und der Deutschen Gildenschaft wurden Daten und Fakten zu Entstehung,
Geschichte und aktueller Entwicklung geliefert. Zahlreiche Verbindungen
wurden aufgezeigt zu rechtsextremen Parteien und anderen bekannten und
(mir) unbekannten Gruppierungen und Sippen. Von Ritualen und Bräuchen
aus der NS-Zeit war die Rede, von braunen Prinzessinen, Artgemeinschaften
und angestrebter Blutreinheit…
Nun denn, von einem leichten Unwohlsein meinerseits während des Vortrags
zu sprechen, wäre stark untertrieben. Die Büchse der Pandora kam mir in
den Sinn oder auch ein Faß ohne Boden…
Die einzige (erstaunlicherweise anwesende) Vertreterin einer der o.a.
Gruppierungen versuchte eifrig, Informationen zu widerlegen oder zu entkräften.
Nachdem die Ergebnisse dieser Versuche aber doch eher kläglich ausfielen,
kam sie dann zu der Aussage: "Das habe ich / haben wir alles nicht
gewußt." Kam mir irgendwie bekannt vor…
Was aber hat das alles nun mit uns zu tun?
Folgendes Zitat macht es mehr als deutlich:
"Zuerst einmal wollen wir an einer rechten Milieubildung mitarbeiten.
Aufgrund der eigenen Interessenlage und der eigenen Fähigkeiten haben
wir dafür das journalistische Betätigungsfeld gewählt. Für eine Milieubildung
reicht dies natürlich nicht aus. Deshalb engagieren sich viele unserer
Autoren und Redakteure zusätzlich in Schüler- und Studentenverbindungen
oder in der Bündischen Jugend."
Interview mit Felix Menzel (Freibund-Aktivist, Autor der Jungen Freiheit
und Herausgeber der rechten Schülerzeitung Blaue Narzisse) in: Sezession
(Zeitschrift IfS) Ausg. 21, Dezember 2007, S. 33
Darauf gibt es nur eine Antwort: MIT UNS NICHT!
(unter diesem Thema stand dann der Sonntagvormittag, selbstverständlich
unter Ausschluß der rechten Vertreterin)
Auch wenn ich es eigentlich für überflüssig halte, möchte ich an dieser
Stelle behaupten, dass es sich bei den Teilnehmern dieses Wochenendes
mitnichten um fanatische Antifaschisten oder linke Autonome gehandelt
hat. Sondern um aktive Bündische bzw. Jugendbewegte, die sich ihrer Verantwortung
gegenüber den Jungen in unseren Bünden und auch gegenüber unserer demokratischen
Gesellschaft bewußt sind.
Auch überflüssig zu erwähnen ist eigentlich, dass der Samstag in einer
langen ausgiebigen Singenacht endete. Irgendwie muß man ja die Anspannung
und das kalte Grausen eines solchen Tages kompensieren…
keks DF
* Einer der in die Kritik geratenen Bünde hat sich im Juli 2009 in Schloss Martinfeld den Vorwürfen gestellt. Das erkennen wir an und haben uns verpflichtet, diesen Bund vorerst nicht öffentlich zu kritisieren. Bis November diesen Jahres haben sie die Möglichkeit, Anschuldigungen nachzugehen und Vorwürfe gegebenenfalls zu widerlegen. Wir wünschen ihnen viel Erfolg bei der Aufarbeitung und hoffen auf ein gutes Ergebnis.
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