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Bundeslager der
Deutschen Freischar
2003

Es war beschlossen und niedergeschrieben, dass Anno 2003 auf den Tag genau den siebenten in dem sechsten Monat die hochgerühmte adlige Pfalzgräfin, verleihen sollte der jungen und freien Schar von oestrich im winkel die unanfechtbaren Stadtrechte. Drum gab es eine große Kumpanei, ein fürtreffliches Gelage,ein wunderbares Marktgeschehen. Ein Spectaculum ohne Gleichen von der feierlichen Markteröffnung durch den gestrengen Vogt bis zum unerbittlichen Ruf des Nachtwächters zur späten Stund wovon wir Euch hier nun berichten wollen.

Am Samstag den 7. Juno wurde der Markt eröffnet durch die liebliche Damenschar Alexandra und der gesamte Hofstaat wohnte dem Spectaculum bey. Der Wegezoll wurde entrichtet, und ein jeder konnte geniessen die gaumengefällige Kost, konnte Handwerkskunst erlernen oder im Scriptorium ein Pergament verfassen lassen. Viel Volk war erschienen in gar edlen oder rustikalen Gewandungen, welche bei der sengenden Sonne nicht immer leicht zu ertragen waren. So manch einem Grüpplein hätte man jedoch vielleicht im Vorhinein verkünden sollen, das es in jedem Markt des Baues gar preiswerte Grünabfallsäcklein aus feinster Jute zu erstehen gegeben hätte! Auch fehlte es dem Markt an Spielleuten und lustigen Gesellen… der Mann mit der Drehleier war auch gar zu schüchtern. Die Kinderschar wurde unterhalten mit Spielen und allerley Schabernack. In der wohlgestalteten Schänke der Familie Rotbruch konnte ein jeder seynen Durst löschen mit Säften von Äpfeln und Trauben.

Erschien der Markt auch etwas dürftig, so wurde das Volk entschädigt durch die vortrefflichen Vorträge des Abends "Kurzweyl und Musica". Vor allem die jüngeren Gruppen rissen mit Weisheit und Humor das Volk zu kräftigem Handgeklapper hin. "Jubel" Jubel!" Die Nacht wurde lang, in der Schänke wurde viel gesungen und gelacht.

Am Tag des Herrn, oh weh, oh graus! Des Vogtes Töchterlein war heimtückisch ermordet worden und das Volk wurde ausgesandt den Mörder zu entlarven. Findus von Rotbruch sollt sie vergiftet haben, doch Gottes Urteil und der Königin Gnade rettete ihn vor dem Henkerbeil.

Als die Sonne hinter dem Horizont versank, wurde dem Volk Einblick in das Weltbild der Hildegard von Bingen gewärt, mit Hilfe eines Maskenspiels frei nach ihrem Mysterienspiel "Ordo Virtutum". Und als die Nacht hereinbrach, war es endlich Zeit für Fackelschein und den alljährlichen Feuerstoss in unserer Mitte.


Wenn das Feuer hell und heiß,
lodert auf in Flammen,
schließen wir in unserm Kreis,
fester uns zusammen…

Katharina vom Rotbruch

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