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Alle Bahnhöfe unterwegs sind laut, die Züge sind voll, es ist
heiß und drückend.
Aber nirgendwo ist es so drückend wie in einem alten Abteil eines
Interegios der Deutschen Bundesbahn. Der einzige Trost ist mir die Vorstellung,
jetzt nicht in einem Auto auf einer beliebigen Autobahn stehen zu müssen
und genervt zu sein durch Verkehrhinweise und Stauvorhersagen, welche
immer die wahre Länge des Desasters verschweigen.
Doch dann ist es endlich vorbei.
Stille, Kühle, Dämmerung und alles ist ganz sanft, das Licht,
die Umrisse der Kohten und Jurten, die Bäume, einfach alles.
Unser Platz für die nächsten drei Tage ist das, was ein Immoblienmakler
mit "Filetstück" unter den Lagerplätzen der Republik
beschreiben würde: ein lichter Wald aus Kiefern und Eichen, dazwischen
Wiese und alles am Rand zum offenen Feld. Hin zu den schwingenden Erhebungen
der Schwäbischen Alb.
Mein Glück setzt sich fort. Schna und Karla haben schon unser Zuhause
aufgebaut, ich muss nur noch unseren Schlafplatz einrichten.
Der Abend empfängt mich in Form von vielen bekannten und auch unbekannten
Gesichtern, die sich (wie auch ich) anscheinend freuen, hier zu sein.
Wir sitzen noch lange zusammen unter unseren luftigen Dächern und
plaudern.
Der nächste Morgen mit seiner Morgenrunde ist genauso stimmig wie
der Eindruck meiner Ankunft.
Feuer und Rauch: Bei meiner Tochter Greta hat sich an diesem Tag unauslöschlich
eingeprägt, dass der Rauch das Feuer nur durch sein besonderes Gastgeschenk
so freundlich gestimmt hat und dass man durch solche Geschenke sehr anhänglich
wird. Gretas Fazit: Mit dem richtigen Geschenk zur richtigen Zeit ist
man oder besser gesagt das Feuer, nie mehr alleine und hat nie mehr Ruhe
vor seinen Freunden, oder der Mutter?!
Dieser Tag bietet dann aber allen, auch ohne solche Gastgeschenke, viele
Rauch- und Feuer-Erlebnisse und eine Menge Spaß. Es werden unglaublich
glatte Kugeln und Schalen aus Ton modelliert und plastiziert, Schmauchfeuer
vorbereitet, durchs Gelände gejagt und miteinander gefochten, dass
es nur so kracht. Erste Hilfe zum Thema "Feuermachen" von Mattel
gegeben, die griechische Mythologie wird über epische Umwege ins
Hessische übersetzt, Kerzen bunt verziert und ein großflächiges
Naturmandala begonnen.
Wer eine Zeitlang über den Lagerplatz geschlendert ist, freut sich
über das umtriebige Leben hier überall und ist erstaunt, dass
der Tag so schnell um ist und man plötzlich wieder am Feuer beisammen
steht und singt. Die liebe Hexe bekommt fast ihren persönlichen Ottenstein
- Favoriten - Song noch einmal vorgespielt. Die große Frühstückslotterie,
im Übrigen ein Muss für alle kommenden Zusammenkünfte von
verschiedenen Horten, wirft ihre Schatten voraus und die Nachwuchsfragen
der Geheimdienste dieser Welt haben sich bei der Auflösung von Lavendas
Spiel auch in Rauch aufgelöst.
Gesche und ich machen noch spät in der Nacht einige Besuche in verschiedenen
Jurten und Kohten, um dann zufrieden und geschafft mit den Worten "
hab´
ich Dir schon gesagt, was für ein wunderschönen Ort dass hier
ist
.." einzuschlafen.
Der Pfingstsonntag ist immer noch heiter, genau wie die Stimmung, die
Angebote des Tages ebenso umtriebig wie der gestrige, auch wenn mir alle
ein wenig ermattet vorkommen. Bis wieder eines der Elemente, jetzt das
Wasser, zu einem sich verselbstständigenden Programmpunkt wird. Das
Kegelspiel "Kupp" wird zu meinem Favoriten. Die Erzählungen
von Schna über den kommenden Meißner, die Historie dieser Zusammenkünfte
und den Aufruf für den Meißner im Jahre 2013 hat viele bewegt
und angestoßen.
Die Zeit bis zum Bundesfeuer vertreibt uns die gereimte, getanzte und
gesungene Auflösung der Frühstückslotterie, einfach wunderbar!
Die Feuerrede von Hexe ist nicht wie Schall und Rauch, sie ist treffend
und bewegt mich, ebenso wie die sich anschließenden Aufnahmen in
diesen Lebensbund.
Leider können wir nicht lange am Feuer singen, da wir unseren Nachbarn
bald nur noch durch einen Regenvorhang hindurch anschauen können.
Aber es wird noch lange in der Bundesjurte gesungen, in dieser Nacht.
Bei meinem Abschied von diesem Bundeslager der Freischar und der Schwäbischen
Alb bin ich wieder genauso gestimmt wie bei meiner Ankunft, alles hier
ist leise und sanft, selbst das Licht:"
hab´ ich Dir schon
gesagt, was für ein wunderschönen Ort dass hier ist
.."
bombina - die päpstin, 12. Juni 2007
Fotos kommen noch, ebenso die feurigste aller Feuerreden ;-)
keks
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