FEUER & RAUCH
Bundeslager der Deutschen Freischar 2007















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Alle Bahnhöfe unterwegs sind laut, die Züge sind voll, es ist heiß und drückend.
Aber nirgendwo ist es so drückend wie in einem alten Abteil eines Interegios der Deutschen Bundesbahn. Der einzige Trost ist mir die Vorstellung, jetzt nicht in einem Auto auf einer beliebigen Autobahn stehen zu müssen und genervt zu sein durch Verkehrhinweise und Stauvorhersagen, welche immer die wahre Länge des Desasters verschweigen.
Doch dann ist es endlich vorbei.

Stille, Kühle, Dämmerung und alles ist ganz sanft, das Licht, die Umrisse der Kohten und Jurten, die Bäume, einfach alles.
Unser Platz für die nächsten drei Tage ist das, was ein Immoblienmakler mit "Filetstück" unter den Lagerplätzen der Republik beschreiben würde: ein lichter Wald aus Kiefern und Eichen, dazwischen Wiese und alles am Rand zum offenen Feld. Hin zu den schwingenden Erhebungen der Schwäbischen Alb.

Mein Glück setzt sich fort. Schna und Karla haben schon unser Zuhause aufgebaut, ich muss nur noch unseren Schlafplatz einrichten.
Der Abend empfängt mich in Form von vielen bekannten und auch unbekannten Gesichtern, die sich (wie auch ich) anscheinend freuen, hier zu sein. Wir sitzen noch lange zusammen unter unseren luftigen Dächern und plaudern.

Der nächste Morgen mit seiner Morgenrunde ist genauso stimmig wie der Eindruck meiner Ankunft.
Feuer und Rauch: Bei meiner Tochter Greta hat sich an diesem Tag unauslöschlich eingeprägt, dass der Rauch das Feuer nur durch sein besonderes Gastgeschenk so freundlich gestimmt hat und dass man durch solche Geschenke sehr anhänglich wird. Gretas Fazit: Mit dem richtigen Geschenk zur richtigen Zeit ist man oder besser gesagt das Feuer, nie mehr alleine und hat nie mehr Ruhe vor seinen Freunden, oder der Mutter?!

Dieser Tag bietet dann aber allen, auch ohne solche Gastgeschenke, viele Rauch- und Feuer-Erlebnisse und eine Menge Spaß. Es werden unglaublich glatte Kugeln und Schalen aus Ton modelliert und plastiziert, Schmauchfeuer vorbereitet, durchs Gelände gejagt und miteinander gefochten, dass es nur so kracht. Erste Hilfe zum Thema "Feuermachen" von Mattel gegeben, die griechische Mythologie wird über epische Umwege ins Hessische übersetzt, Kerzen bunt verziert und ein großflächiges Naturmandala begonnen.

Wer eine Zeitlang über den Lagerplatz geschlendert ist, freut sich über das umtriebige Leben hier überall und ist erstaunt, dass der Tag so schnell um ist und man plötzlich wieder am Feuer beisammen steht und singt. Die liebe Hexe bekommt fast ihren persönlichen Ottenstein - Favoriten - Song noch einmal vorgespielt. Die große Frühstückslotterie, im Übrigen ein Muss für alle kommenden Zusammenkünfte von verschiedenen Horten, wirft ihre Schatten voraus und die Nachwuchsfragen der Geheimdienste dieser Welt haben sich bei der Auflösung von Lavendas Spiel auch in Rauch aufgelöst.

Gesche und ich machen noch spät in der Nacht einige Besuche in verschiedenen Jurten und Kohten, um dann zufrieden und geschafft mit den Worten "…hab´ ich Dir schon gesagt, was für ein wunderschönen Ort dass hier ist….." einzuschlafen.

Der Pfingstsonntag ist immer noch heiter, genau wie die Stimmung, die Angebote des Tages ebenso umtriebig wie der gestrige, auch wenn mir alle ein wenig ermattet vorkommen. Bis wieder eines der Elemente, jetzt das Wasser, zu einem sich verselbstständigenden Programmpunkt wird. Das Kegelspiel "Kupp" wird zu meinem Favoriten. Die Erzählungen von Schna über den kommenden Meißner, die Historie dieser Zusammenkünfte und den Aufruf für den Meißner im Jahre 2013 hat viele bewegt und angestoßen.
Die Zeit bis zum Bundesfeuer vertreibt uns die gereimte, getanzte und gesungene Auflösung der Frühstückslotterie, einfach wunderbar!

Die Feuerrede von Hexe ist nicht wie Schall und Rauch, sie ist treffend und bewegt mich, ebenso wie die sich anschließenden Aufnahmen in diesen Lebensbund.

Leider können wir nicht lange am Feuer singen, da wir unseren Nachbarn bald nur noch durch einen Regenvorhang hindurch anschauen können. Aber es wird noch lange in der Bundesjurte gesungen, in dieser Nacht.

Bei meinem Abschied von diesem Bundeslager der Freischar und der Schwäbischen Alb bin ich wieder genauso gestimmt wie bei meiner Ankunft, alles hier ist leise und sanft, selbst das Licht:"…hab´ ich Dir schon gesagt, was für ein wunderschönen Ort dass hier ist….."

bombina - die päpstin, 12. Juni 2007



Fotos kommen noch, ebenso die feurigste aller Feuerreden ;-)
keks