Die HortenführerInnen unseres Bundes nahmen an eine Menschenkette teil

5 vor 12 / Köln 22.02.2003 / Kommentare








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"10000 Menschen bildeten in Köln eine Menschenkette, die das Friedenszeichen darstellte."

So meldeten es die Medien am 22.02.03. Unter diesen waren die ca. 50 -60 Freischarler und Zugvögel plus einigen weiteren JuJa-Trägern nur ein verschwindend kleines Häufchen, jedoch unübersehbar und unüberhörbar. Als um 11.00 Uhr das erste Lied an der Antoniterkirche erklang "Ein Präsident und sein Befehl" (Melodie: Freddy Quinn, Text: Plauder) versammelten sich gleich die ersten Interessenten, schnappten sich die mitgebrachten Texte und sangen mit. Schnell vergrößerte sich der Kreis um weitere Friedensbemühte inklusive eines überlebensgroßen Drachens und die Schildergasse wurde an dieser Stelle zum Engpass für die bummelnden oder eilig vobeiziehenden Passanten.
Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich: spöttische Blicke, ein kurzes Verharren oder das Mitsingen eines bekannten Refrains im Vorbeigehen. "Seid Ihr politisch?" - "Ja, wenn der Aufstand gegen einen drohenden Krieg politisch ist, sind wir wohl politisch".(!?)

Ob es was genützt hat ...?
Die Medien berichten am gleichen Tag von einer zweiten UN-Resolution, "deren Kriterien", so die amerikanische Administration, "vom Irak unmöglich erfüllt werden können"!
Erinnert fatal an die mittelalterlichen sog. Gottesurteile: So oder so, das Ergebnis stand schon von vorneherein fest.

Schna


...Ich denke es hat sich gelohnt. Auch wenn es uns in der Menschenkette vielleicht zunächst einmal so vorkam, als ob es nicht sonderlich viele TeilnehmerInnen gewesen wären, so müssen es am Ende (glaubt man den Medienberichten) über 10000 gewesen sein.

Es waren um die 50 TeilnehmerInnen aus verschiedenen Bünden anwesend. Der DPB Mosaik, die Freischar (mit ausgesprochen vielen Leuten vor Ort) und die Zugvögel waren die Bünde, die zahlenmäßig am stärksten vertreten waren. Wichtig ist, dass es uns nicht nur gelungen ist, einige Leute aus den Bünden für die Menschenkette zu mobilisieren, sondern dass wir einen wichtigen kulturellen und sehr spontanen Beitrag für die Veranstaltung geleistet haben. Nach kurzer Zeit hatte sich aus unserer zunächst rein bündischen Gruppe eine zahlenmäßig große Gruppe von Menschen gebildet, die alle das Bedürfnis hatten, ihren Protest in Form von Liedern hinauszusingen.

Nach kurzer Zeit waren wir ein schön bunt zusammengewürfelter Haufen von Leuten, die sich bisher nicht kannten und der überdimensional große Friedensengel stand uns stets zur Seite. Als einzelne(r) hätte man die Lieder nie so mutig und lautstark vorgetragen. In der Gruppe geht das. Unser Gesang hatte etwas Überzeugendes und Befreiendes. Auch die Medien haben das so wahrgenommen. Unsere Gruppe war oft von Fotographen und Kameras begleitet. In einem Beitrag des WDR Fernsehens über die Menschenkette waren wir mehrfach zu sehen...

„... schiebt nicht die Schuld dem Schicksal zu – Schicksal- das bin ich und du!“

Plauder