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Die Anfahrt durch den Hunsrück ist durch den am Vortag reichlich
gefallenen Schnee sehr tückisch. Eine Fahrgemeinschaft verunfallt
sogar - zum Glück ohne Personenschaden. Auf dem Burggelände
liegt soviel Schnee, dass sich die Autofahrer ernsthaft Sorgen machen,
wie sie aus dem verschneiten Parkplatz wieder heraus und die steile Burgstraße
hinauf kommen sollen.
Aber zunächst sind am Freitag so ziemlich alle Hortenführer
da und freuen sich über das Wiedersehen. Eine Vielfalt an Verpflegung
ist vorhanden und darüber hinaus die Glühweinrestbestände
von der Jubiläumsfeier des Ringes Ingelheim. Hervorragende Voraussetzungen
also um bis in den frühen Morgen zu singen und zu erzählen.
Trotzdem am Samstag frühes Aufstehen . Dann am Vormittag intensives
Arbeiten (Protokoll wird an die Teilnehmer versandt). Am Nachmittag müssen
nur die Ingelheimer noch einmal feste ran, denn Pan hält mit ihnen
eine bereits auf der Zukunftswerkstatt vereinbarten Sitzung zur Bewältigung
ihrer Krise.
Die anderen besichtigen das für die Jugendbewegung geschichtsträchtige
Gelände, planen die nächste Hortenfahrt oder genießen
die Freizeit. Auf dem weiträumigen Gelände sehen wir die Tribühne
der einstigen Musikfestspiele auf Burg Waldeck. Von dort aus begannen
einst berühmte Barden, wie z.B. Reinhard May, ihre Karriere. Symbolträchtig
steht das eher in jugendbewegten Kreisen bekannte Säulenhaus zwischen
der Burg Waldeck und dem übrigen Gelände, das heute der Arbeitsgemeinschaft
Burg Waldeck gehört. Wir gelangen durch ein geschmackvoll gestaltetes
schmiedeeisernes Tor in den "Ehrenhain der Deutschen Jugendbewegung".
Hier befinden sich die Gedenksteine von berühmten Persönlichkeiten
der Jugendbewegung. U.a. stehen dort Steine für Karl Fischer, die
Oelbermänner, Fred Schmidt, Tusk, Teut und Ernst Buske. Wie eine
mahnende Kulisse riegelt das Burgtor, düster und verschlossen, mit
Stacheldraht gesichert, den Ehrenhain von der Kernburg ab. Schade, denn
gerne hätten wir FM, dem Bundesführer der Nerother, eine kurze
Aufwartung gemacht. Allein der äußerlich bedrohliche Eindruck
des Burgtores hält uns davon ab. Am Abend machen dann etliche einen
Besuch bei Thea. Dann wieder lustiges Singen im Schwabenhaus bis in den
frühen Morgen hinein.
Am Sonntag versammeln sich die Hortenführer im Ehrenhain, um den
Gedenkstein des berühmten Freischar-Bundesführers Ernst Buske,
zur Abschlußrunde.
Ernst Buske
war bedeutender und charismatischer Bundesführer der Anfangsjahre
der Deutschen Freischar (DF). Er wurde im Jahre 1927 zum Bundesführer
der DF gewählt. Zuvor war er langjähriger Bundesführer
des Altwandervogels. Der Altwandervogel ist einer der Bünde die sich
1925 zum BDWuP, der späteren DF, zusammenschlossen. Der Nerother
Wandervogel spaltete sich 1920, in Buskes Bundesführerzeit, aus dem
Altwandervogel ab. Ernst Buske kam aus bürgerlichem protestantischem
Hause. Er war von Beruf Jurist und Volkswirt. In frühester Jugend
hatte er seinen rechten Arm verloren, weshalb er nicht als Soldat am I.
Weltkrieg teilnehmen mußte. Soweit ihn seine Kameraden nicht einfach
Ernst nannten wurde er in der DF "General Buske" genannt. Seine
Zeit als Bundesführer der DF fiel in die Phase, in der sich Tusk,
damals Mitglied der DF, bedeutenden Einfluß in der DF zu verschaffen
suchte. Tusk wollte die Führung der Süddeutschen Gaue der DF
an sich reißen. Leider verstarb Ernst Buske in der entscheidenden
Phase , am 27.02.1930, überraschend an einer geheimnisvollen Krankheit.
Eine Einigung zwischen der nachfolgenden Bundesführung der DF und
Tusk konnte nicht mehr zustande gebracht werden. Tusk wurde wegen seiner
für die damaligen Verhältnisse radikalen Bestrebungen aus der
DF ausgeschlossen.
Kohli
Bukanier-Ring
Anm. d. Red.: Folgende Beschreibung fand ich im Netz ...also ich weiß
ja nicht... :-(
"Burg Waldeck ist heute europäisches Trommelzentrum, vielbesuchter
Seminarplatz und immer noch ein Kulturzentrum für Musik und Chanson."
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