Zur Fotogalerie I >>
eine zweite folgt!!!

Fenster schliessen



"...ein schönes Fest ist vorbei. Der Wettergott war uns gnädig gestimmt. Der Singewettstreit konnte bei gutem Wetter vor der Bühne ausgetragen werden, und die meisten Besucher konnten Ihre Kohten, Jurten und Zelte feucht einpacken und nicht nass. Heute morgen haben wir im Regen das große Zelt abgebaut, und somit ist auf der Waldeck kaum noch etwas davon zu sehen, daß hier am Wochenende mehr als 400 Besucher einem großartigen Singewettstreit zugehört und zwei Nächte mit frohem Singen durchgefeiert haben."
Zar am 12.09.2005

In diesem Jahr wurde das Programm am Freitagabend von Dirk Hespers, Fotler (ZV) und Jens (ZV) gestaltet. Hespers las an diesem Abend aus seinem Buch "Rot Mof" (Erinnerungen an das Exil in Holland) und wurde dabei von Fotler und Jens musikalisch unterstützt. Anschließend wurde wieder mal auf Teufel-komm-raus begrüßt und gefeiert. Da prallten die Bünde aufeinander, altes und neues Liedgut, Hochzeiten und Geburtstage. War eine lange Nacht, denn: Der Freitag ist ja bekanntlich immer am Schönsten ;-)

Der Samstag begann dann ebenfalls mit einem Großereignis: Hochzeitsempfang!
Schna (DF) und Wotan (ZV), zwei unserer liebsten bündischen Urgesteine, sind nochmal in den Hafen der Ehe eingelaufen und wollten dies mit allen jungen und alten Freunden bei Sekt & Selters ein bisschen feiern (ganz ohne Tamtam, versteht sich ;-) Und so wandelte die ganze Gesellschaft dann um 15.00 Uhr Richtung Singewettstreit.

Der Singewettstreit, ja… Also spontan fällt mir dazu ein: Es gab kaum Überraschungen. Es waren leider nur sehr wenig Gruppen vertreten und würde ich heute die Fotos vom letzten Jahr ins Netz stellen, würde das wahrscheinlich kaum auffallen. Auch wenn Bommel… nee, Mümmes… ach quatsch, Bömmes der Meinung war, das wäre alles "Frischfleisch", so hatte das Publikum doch ein besseres Gedächtnis. Der "Schildkrötenpreis" für die Nachwuchsgruppen wird wohl jetzt in den Jackpot fürs nächste Jahr wandern… Na ja, wie Zar aber auch schon schrieb, war die Qualität der Liedbeiträge trotzdem erfreulich hoch und fürs Auge war auch was dabei.

Etwas anstrengend fand ich allerdings den rapiden Anstieg von Betroffenheitslyrik, vertontem Seelenmüll und den diversen Kompensationsversuchen von Beziehungskrisen. Die Welt an sich und überhaupt ist schlecht, seichte Träumchen und Schäumchen und morgen wird's auch nicht besser. Puh… Dagegen fand ich den Gedanken an den Vogel im Ventilator schon sehr viel amüsanter und Plauders Tabakrauchentwöhnung nur allzu nachvollziehbar! Andere Texte wie z.B. die "Großen Zeiten" von Erich Kästner (Kerstin Schiel) sind zwar nicht neu, aber immer wieder aktuell und zeigen, das etwas mehr Biss dem Jammern und Klagen auch eine ganz andere Note verleihen kann.
Der geneigte Zuhörer konnte jedenfalls die Erkenntnis mitnehmen, das manche Menschen immer noch an das Ding mit den Bienchen & Blümchen glauben und eine angekratzte Mannes-Ehre aus ganzen Kerlen halbe Poeten machen kann - oder umgekehrt...? Wie dem auch sei, die ersten Plätze waren wohlverdient und die Dame aus Minsk wieder höchst faszinierend.

Gruppengesang:
1. Preis (Kohte): Sippe Möwe von Devon, BdP Stamm Kelten, Berlin
2. Preis (Hordentopf und Fahrtenbeil): Bergischer Orden, Zugvogel
3. Preis (Fahrtenausrüstung): Stamm Sperber, DPB Mosaik, Brühl
4. Preis (Buch: Die Waldeck): Gaukler, Mädelschaft Midgard

Sologesang:
1. Preis (500 €) Edellatscher, Zugvogel
2. Preis (200 €) Schlagsaite, Sperber/Zugvogel
3. Preis (100 €) Kerstin, Achim, Mümmel
4. Preis (Buch: Die Waldeck): Mathias Gräber
Sonderpreis (300 €) Duo Jar, Minsk/Weißrussland

Fazit: Ein paar neue Gesichter im Gruppengesang, eine leichte Senkung des Altersdurchschnitts und etwas mehr Lebensfreude in den Liedbeiträgen täten dem nächsten Peter-Rohland-Singewettstreit sicher ganz gut. (Der findet übrigens vom 8. - 10. September 2006 statt!)

bis dahin
keks

Und sie kanns natürlich nicht lassen:

"Statt zu klagen, daß wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dafür dankbar sein, daß wir nicht alles bekommen, was wir verdienen."
Dieter Hildebrandt (*1927), dt. Kabarettist



"Es gibt drei Arten von Freuden, die förderlich sind:
Sich an Musik und guten Umgangsformen erfreuen,
über die Vorzüge anderer reden und sich darüber freuen,
viele wertvolle Freunde haben und sich darüber freuen
- diese Freuden sind förderlich."
Konfuzius (551-479 v.Chr.)